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20. Sonntag im Jahreskreis I
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1. Lesung: Jer 38, 4-6.
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Ich möchte dieses schwierige Evangelium in einem größeren heilsgeschichtlichen Rahmen deuten, damit es ja nicht als vernichtende Drohbotschaft, als vielmehr das verstanden wird, was es sein soll: Frohbotschaft.
Jesus spricht von einer Taufe und von einem Feuer, dann auch von einer Spaltung.
Das Evangelium will Frohe Botschaft sein, dem Menschen aber auch nicht den Ernst der Christusnachfolge, den Ruf zur Umkehr, vorenthalten.
Die Frohe Botschaft Jesu ist Erlösung. Er weiß um den Willen des Vaters und um die Notwendigkeit seiner Hingabe. - Taufe meint das Untertauchen und wieder Herausheben. Jesus bezeichnet seinen Tod als "Taufe", weil damit mehr gesagt ist, als nur Tod: Hier ist neues Leben, Auferstehung, mitgemeint. Jesus hat es oft seinen Jüngern vorausgesagt: "Der Menschensohn muss vieles erleiden ...; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen."
Das Schicksal des Propheten Jeremia, ist ein alttestamentliches Vorausbild dieser Taufe, für Jesu Tod und Auferstehung, aber auch für unsere Taufe: "Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat."
Und nun zum Feuer. Es steht in Zusammenhang mit dieser Taufe.
Hat schon Johannes der Täufer angekündigt: "Ich taufe euch nur mit Wasser ... Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen", so meint hier Feuer Gericht und Endzeit, die in Jesus anbricht, und die den Menschen zur Entscheidung drängt.
Aus den Reden Jesu wird klar, dass er mit dem Feuer der Taufe auch den Heiligen Geist selbst meint. Vor der Hingabe seines Lebens sagt Jesus zu seinen Jüngern: "Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden."
Dieser Beistand ist der Heilige Geist, der nach dem Tod und der Auferstehung Jesu tatsächlich in Gestalt des Feuers vom Himmel herabkommt.
Jesus will, dass dieses Feuer brennt. - Es ist nicht ein Feuer der Vernichtung, ein Feuer der Hölle, es ist ein Feuer des Himmels! - Sonst hätte Jesus nicht gesagt: "Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!"
Das Feuer ist Sinnbild für Wärme, Energie, Begeisterung, Freude, Geborgenheit und Licht; auch für die Liebe!
"Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!"
Wir fragen, warum dieses Feuer oft so wenig brennt, warum so wenig Begeisterung da ist!? - Unser Feuer gleicht oft dem Salz, das schal geworden ist und keine Kraft mehr in sich hat.
Und hier fordert Jesus neue Entschiedenheit, neues Feuer, neue Würze, durch den Mut, anders zu sein; das ist der Ruf zur Umkehr!
"Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium", ist die Grundbotschaft Jesu.
Das müssen Sie sich bildlich vorstellen: Wenn alle in die gleiche Richtung gehen, und einer bleibt stehen, dreht um, und drängt allen entgegen. - Da kann schon einiger Tumult entstehen!
Jesus spricht von einer Spaltung: "Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung." - Jesus will auf Erden eine "Spaltung".
Ich erinnere mich zunächst an folgendes Bibelwort: "Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist." - Jesus selbst hat gesagt: "Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt."
Ich erinnere mich auch an einen Studienkollegen, der gegen den Willen seiner Eltern Priester werden wollte. Der Vater dieses Kollegen wollte unter keinen Umständen, dass sein Sohn in ein Priesterseminar eintritt, und versuchte sogar gerichtlich, die Entscheidung seines Sohnes nicht zu ermöglichen.
- Eine sehr harte Aktualisierung des Jesuswortes: "Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig".
Bei einer Ehe ist es nicht anders, auch hier gibt es "Spaltung": Der Mann wird "Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein".
Dass Jesus mit der Spaltung entschiedene Christusnachfolge meint, haben durch Jahrhunderte die Märtyrer unter Beweis gestellt. Sie sind wie Christus gestorben, verfolgt, misshandelt, gefoltert, hingerichtet worden - alles für den Glauben! - Sie sind Zeugen der Frohbotschaft geworden und haben nach dem Wort der Seligpreisung gelebt: "Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein."
Jesus will ein mutiges Bekenntnis, feste Überzeugung, die Begeisterung eines brennenden Herzens!
Ich möchte schließen mit einem bekannten Wort der Emmausjünger: Nachdem sie den auferstandenen Jesus erkannt hatten, sagten sie zueinander: "Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete"? - So entzündet konnten dann auch die, die zuerst so traurig waren, Künder einer Frohen Botschaft sein.
Amen.
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